Schon bei meiner ersten Pilgerung 2003 spielte ich mit den Gedanken etwas anderes zu machen wie nur Pilgern.
Was es sei wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
2003 hatten wir ( unsere 6er Gruppe) einmalig ein Kontakt mit einer Pilgerherberge im Sinne jeden Pilgers! Das war in der Ankunftnacht in Sarria.
Die Herberge hatte gerade geschlossen weil schon nach 22:00h war, aber dieser Mensch am Empfang zeigte sofort seine Hifsbereitschaft und organisierte für uns einen Kontakt zu einer ‘privaten’ Herberge, die Extra für uns für diese Nacht aufgemacht wurde.
Das war echt eine erste tolle Erfahrung mit diesem ‘Pilgervater’ auf dem Jakobsweg (wusste nicht mal das sie ‘hospitaleros’ genannt werden) . 2003 haben wir aber fort an nur in private Herbergen übernachtet, nichtwissend was wir verpassen werden.
Dann folgte 2008 auf ähnliche Strecke wie 2003 ein weitere Versuch sich mehr ( naja eher ich) mit dem Jakobsweg zu befassen.
Mir gefiel die Idee von Ort zu Ort zu Pilgern ohne wirklich zu wissen was mich dort erwartet. Der Besuch des Kloster Samos hat mich damals sehr stark beeindruckt.
Die viele Gespräche auf dem Weg mit andere Pilger, seien es Deutsche, Engländer, Spanier, Franzosen, Italiener, Koreaner und Japaner, diese Kontakte und Gespräche überflügelten meine Gedanke weiter den Weg zu laufen und mich tiefer damit zu befassen.
Neben den Pilgern waren da auch noch die viele geschichtsträchtige Orte und die Geschichte des Jakobsweges selbst, die mich faszinierten. Ist es doch ein nur Katzensprung entfernt von der Gegend (Asturias) wo ich herkomme.
Also beschloss ich für mich etwas ganz verrücktes zu machen. Ich möchte mein Land (Spanien) kennenlernen und zwar von Osten kommend bis nach Westen.
Aber nicht mit Städtereise, oder mit dem Auto herumfahren, nein, ZU FUSS!
Die Geschichte meines Landes selbst erfahren, im wiklichen laufen, auf dem Wegen die viele, viele Pilger und bekannte Menschen Jahrhunderte vor mir gegangen sind.
Umso imposanter ist es wenn man durch einige Orte die man dann durchläuft und an fast jeder Ecke lesen kann wer in einem Haus gewohnt hat, wer hier geboren wurde, welcher König damals regiert hat oder aus welchem Grund die Römer vor 2000 Jahredie Strasse gebaut haben auf der man gerade läuft.
Ja das wollte ich.
Und ich habs auch gemacht. Nein, nicht alleine wie so mancher Schriftsteller. Mit sehr gute Freunde die mich begleitet haben.
In drei Etappen, von 2009 bis 2011, sind wir den Camino Frances gelaufen, Immer 14 Tage pro Etappe.
Von St. Jean Pied de Port in Frankreich bis Burgos, von Burgos bis León und die letzte Etappe von León bis Santiago de Compostela.

In diese drei Jahre habe ich so viele gute Menschen in den Herbergen kennengelernt, so viel Unterstützung erhalten, so viel Spass gahabt,
das ich auch so ein Herberge-Betreuer sein wollte. Ich wollte meine Kenntnisse, meine Erfahrungen, mein Hilfe und Unterstützung jeden Pilger der in der Herberge ankommt
geben.
Die Jakobsbrudergesellschaft Aachen bietet Vorbereitungskurse für Herberge-Betreuer, ‘Hospitaleros Voluntarios’ wie das im Fachjargon heisst.
2012 leider zu spät um einen Platz beworben, aber 2013 hat es geklappt.
In einem Seminar wurde uns der Pilgergedanke erklärt, was dahinter steckt und wie wir als freiwillige ehrenamtliche Helfer diesen gedanken weiter tragen können.
Ja, es ist eine Missionierung! Das jeden hospitalero bewusst ist.
In der zweiten Septemberhälfte bin ich als hospitalero in der kirchlichen Herberge von Viana (Navarra) eingeteilt.
Ich freue mich sehr auf diese Zeit in der Herberge und fiebere der Zeit entgegen.
Alle Vorbereitungen dazu könnt ihr hier nachlesen.